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1on1 Interview, MOON POWER GmbH, Robert Steinböck

MOON POWER: Die E-Mobilität ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Wir sind mit Robert Steinböck, Head of R&D bei der MOON POWER GmbH, ein Tochterunternehmen der Porsche Holding Salzburg und Teil des Volkswagen Konzerns, die sich um die Infrastruktur rund um E-Mobilität kümmern, ins Gespräch gekommen. Robert Steinböck erklärt uns, warum der Hochlauf der E-Mobilität auch von der Überzeugungsarbeit der Automobilhersteller innerhalb der Gesellschaft abhängig ist und dass es jetzt an der Zeit ist, die Quellen unserer Energie im Kampf gegen die Klimaerwärmung radikal zu ändern.

htb: Skizzieren Sie uns doch bitte kurz Ihre Rolle innerhalb der MOON POWER GmbH.

RS: Ich habe mich Ende 2014 intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinandergesetzt. Als dann Ende 2015 die Dieselthematik unseren Konzern erschütterte, war klar, wir müssen etwas ändern. Gemeinsam mit meinen damaligen Vorgesetzten und mit meinem Kollegen Thomas Reitsammer haben wir MOON als Marke für Infrastruktur rund um die E-Mobilität gegründet und aufgebaut. Heute verantworte ich den Bereich Produkt & Innovation. Ich bin der Netzwerker im Unternehmen und sozusagen der Antrieb von MOON.

htb: Und welcher Mission sind Sie bei der Gründung gefolgt? Wer fühlt sich durch Ihre E-Mobilitätsservices angesprochen?

RS: „Architekten für nachhaltige Energiesysteme“- dabei wollen wir einen Beitrag zur Transformation der Energie weg von fossilen Brennstoffen hin zu sauberem Strom, leisten.

htb: Starten wir mit einem Status quo der Automobilbranche. Welche Herausforderungen bringt die Mobilitätswende mit sich?

RS: Die Mobilitätswende bringt vor allem für die Hersteller die Herausforderung des Bauens von neuen Werken bzw. Fertigungsstraßen für E-Fahrzeuge mit sich. Das heißt, die Infrastruktur aufzubauen, um Fahrzeuge zu produzieren, liegt jetzt klar im Fokus. Der Schlüssel des zukünftigen Erfolgs der Automobilbranche liegt in den Batteriesystemen – und trotz aktuell häufiger Veränderungen der EU-Vorgaben zum Verbrenner-Aus können wir davon ausgehen, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent aller neu produzierten Fahrzeuge E-Fahrzeuge sein können. Der Volkswagen-Konzern ist mit rund 52 Milliarden Euro Investment in die E-Mobilität sicherlich einer der Hersteller mit dem größten „Commitment“ zur Klimaneutralität. Es ist wichtig die Zellproduktion nach Europa zu holen. Die Volkswagen AG wird dazu eigene Werke aufbauen. Für die Klimaneutralität im Konzern bis 2050 haben wir uns große Ziele gesetzt.

htb: Funktioniert E-Mobilität denn schon für die breite Masse?

RS: Jeder, der länger als eine Woche mit einem E-Auto gefahren ist, wird erkennen, dass die E-Mobilität bereits heute alle Bedürfnisse eines Autofahrers erfüllen kann. Die Nachfrage nach E-Autos ist sehr hoch, die Skeptiker nehmen drastisch ab. Fest steht, um neue Kunden zu gewinnen, kann aber auch weiterhin nur über die Schiene der „Überzeugung“ laufen – und mit Verbrennern in Zukunft zu fahren wird finanziell schmerzhaft werden. Allerdings muss mit der steigenden Anzahl an E-Fahrzeugen auch der Ausbau an öffentlichen Ladestationen vorangetrieben werden. Die letzten drei Jahre konnte ich die Entwicklung der Belegung an den Ladesäulen hautnah miterleben. Letztes Jahr im Sommer musste man schon großes Glück haben, auf Anhieb eine freie Schnellladesäule zu finden.

htb: Das heißt für Sie ist schon jetzt klar, wie die Mobilität der Zukunft aussehen wird?

RS: Ja, ich denke, dass ich bereits ein klares Bild zur zukünftigen Mobilität habe. Sie ist in jedem Fall elektrisch und sie ist in Zukunft auch autonom – und das wird die gesamte Mobilität gravierend verändern!

htb: Welche Faktoren gelten für Sie als Treiber der elektrischen Transformation der Automobilbranche? Wer ist verantwortlich für den Ladeinfrastrukturaufbau?

RS: Wenn wir die Klimaerwärmung in den Griff bekommen wollen, müssen sich die Quellen unserer Energie radikal verändern. Energie, die Treibhausgase wie CO2 emittiert, muss in den nächsten Jahren durch sauberen Strom ersetzt werden. Dabei müssen wir weltweit den Anteil des sauberen Stroms von heute ca. 20 Prozent auf 50 Prozent im Jahr 2050 erhöhen. Zusammen mit der Implementierung von Energiesparmaßnahmen und der Modernisierung unserer Energiesysteme. Die Mobilität als Verursacher von beinahe einem Viertel aller Treibhausgasemissionen spielt bei der Transformation eine entscheidende Rolle. Wer verantwortlich für den Aufbau der Ladeinfrastruktur ist, ist eine gute Frage! Das ist ein wenig wie das mit der Henne und dem Ei.

Wir bei MOON haben das früh erkannt und unterstützen die Händlerbetriebe auf dem Weg zur öffentlichen E-Tankstelle.

htb: Was sind einige der Herausforderungen beim Aufbau der Ladeinfrastruktur an Ihren Standorten, bei Händlern?

RS: Die Betriebe befinden sich zum Großteil am Stadtrand. Der elektrische Netzanschluss, der vorhanden ist, reicht zum großen Teil nicht aus, um zusätzliche öffentliche Ladesäulen aufzubauen. Intelligente Ökosysteme wie PV und Batteriespeicher, wenn möglich aus gebrauchten Batterien der Fahrzeuge in Verbindung eines innovativen Lastmanagements, sind hier eine wirtschaftliche Lösung. Öffentliche Ladepunkte wiederum brauchen innovative und intelligente Bezahlsysteme, die sich im besten Fall auch gleich mit dem elektrischen Lastmanagement verbinden lassen.

htb: Zu Hause, unterwegs oder am Arbeitsplatz – wo wird geladen?

RS: Definitiv an allen drei dieser Orte. Es kommt aber ganz stark auf den Nutzer an. Privat, sicher unterwegs und zu Hause – sofern auch die Möglichkeit besteht, zu Hause zu laden. Dienstwagennutzer werden hingegen stark die Infrastruktur am Arbeitsplatz nutzen, aber natürlich auch unterwegs und zu Hause. Wir denken, dass es damit notwendig wird, Abrechnungssysteme für Kunden bereitstellen zu können, die alle drei Anwendungsfälle darstellen können. Als Beispiel ist für den Dienstgeber die günstigste Form des Betankens eines Dienstfahrzeuges immer noch das Laden zu Hause. Der Dienstnehmer wird aber mit Sicherheit nicht seinen eigenen Strom verschenken wollen. Es braucht also ein intelligentes Abrechnungssystem, das am besten voll automatisch den geladenen Strom von zu Hause, steuerlich sauber, mit der Lohnverrechnung vergütet.

htb: Es ist zu beobachten, dass die Mobilitätsbranche verstärkt Partnerschaften mit anderen Branchen, aber auch Mitbewerbern eingeht, um Technologien und Infrastrukturen voranzutreiben. Wie schätzen Sie die Situation ein? Sind Partnerschaften elementar für den weiteren Erfolg oder nur „Nice-to-have“?

RS: Ich behaupte, dass Partnerschaften notwendig sind und per se ist es Netzwerken. Das war es im Grunde genommen schon immer. Denn niemand kann zu 100 Prozent in jedem Tätigkeitsfeld ein Spezialist sein – man ist es in seinem Bereich und dann gibt es Experten in anderen Bereichen, in denen man es selbst eben nicht ist. Da liegt es also auf der Hand, alle für die beste Lösung an einen Tisch zu bringen. Zudem werden Entwicklungen & Innovationen durch den Zusammenschluss beschleunigt. Alles „alleine“ tun zu wollen, halte ich von Grund auf falsch und würde die gesamte Branche auch nicht nach vorne bringen. Mein Ziel war es schon immer, die richtigen Player zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammen zu bringen.

htb: An welchen Aufgaben arbeiten Sie in den nächsten Wochen und Monaten?

RS: Ich glaube, wir haben bereits einen sehr vollen Fahrplan für die kommenden Jahre – aber ich denke, dass wir neben unserem massiven Wachstum und Expansion in neue Länder mit der MOON unsere nächsten Schritte und Vorhaben zu vier Punkten zusammenfassen können. Starten wir mit dem Management der Ladeinfrastruktur unserer Händler. Wie können wir durch effizientes Management der Ladepunkte und die Öffnung für die Öffentlichkeit einen echten Mehrwert unseren Kunden und Händlern bieten. Ein großes Stichwort ist da das Abrechnungssystem, mit dem wir die drei Anwendungsfälle Laden am Arbeitsplatz, zu Hause und unterwegs mit großem Mehrwert für alle Beteiligten abdecken möchten.

Weiteres konzentrieren wir uns auf unsere Rolle als Spezialist von Energieökosystemen, da wir uns von Anfang an auf den PV-Anlagenbau konzentriert haben.

„Zum ersten Mal in der Automobilgeschichte, kann man seinen Treibstoff simpel und einfach selbst produzieren.“

Im Sinne der Nachhaltigkeit gehen wir allerdings noch einen Schritt weiter und arbeiten an sinnvollen Konzepten eines „Second Life“ von Batterien. Wir wollen unsere Verbindungen zu den Herstellern innerhalb des Konzerns dazu nutzen, Batterierückläufer in einer anderen Funktion zu nutzen – viele dieser Batterien eignen sich beispielsweise sehr gut als stationäre Speicher an unseren Händlerstandorten, um Lastspitzen im Strombezug zu verringern oder auch im privaten Wohnbereich, um die Energie aus den PV-Anlagen zu speichern. Als letzten thematischen Punkt widmen wir uns vermehrt dem „Community Charging“ – in dem wir mit voll automatisierten und intelligenten Abrechnungsprozessen und Energiemanagement das Leben der Menschen deutlich vereinfach wollen.

htb: Was für eine Schlagzeile würden Sie in Zukunft gerne als Headline in gängigen Branchenmedien lesen wollen?

RS: „Das europaweit tätige Unternehmen MOON leistet als Architekt für nachhaltige Energiesysteme durch innovative Produkte sowie dem Aufbau von öffentlich zugänglichen und fair abrechenbaren Schnellladeparks einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz!“

htb: Welche drei Begriffe fallen Ihnen bei Mobilität der Zukunft ein?

RS: Spaß, elektrisch, autonom.

Dieses Interview führte Sabrina Wurzer, PR & Marketing Managerin bei der has·to·be gmbh am 19. Januar 2022

Über MOON POWER GmbH

MOON POWER GmbH: E-Mobilitäts-Botschafter und Systemanbieter

Die MOON POWER GmbH ist eine Marke der Porsche Holding Salzburg, die markenübergreifend Lösungen für Ladeinfrastruktur und Energiemanagement in den Markt bringt. Um der batteriebasierten E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es ebenso eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Dafür hat die Porsche Holding die Marke MOON gegründet. Im laufenden Geschäftsjahr setzt MOON die Internationalisierungsstrategie fort und ist aktuell in zwei Ländern mit Gesellschaften sowie in 18 Ländern geschäftlich aktiv.

Über has·to·be gmbh

has·to·be bereitet nachhaltiger Mobilität den Weg. Mit der umfassenden Software und innovativen E-Mobilitätsservices bietet has·to·be alles, was Unternehmen für den Erfolg mit der E-Mobilität benötigen: vom skalierenden Betrieb von Ladeinfrastrukturen bis hin zum kompletten Management weltweiter Mobilitätsangebote.

Mehr als 120 Mitarbeiter aus zehn Nationen arbeiten am Firmensitz der has·to·be gmbh im Land Salzburg und den Niederlassungen in München und Wien.

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