Martin Klässner Interview

Frage & Antwort: Elektromobilität in Österreich, Teil 1

Thema: Elektromobilität in Österreich

has·to·be CEO Martin Klässner im Interview

Sehen wir uns Mal den Stand und die aktuelle Lage der Elektromobilität in Österreich an. Unser CEO Martin Klässner beantwortete hierzu einige Fragen in Bezug auf zukünftige Trends und Entwicklungen und was nötig ist, um Österreich hier weiter zu bringen.

Elektromobilität in Österreich: Energie speist sich vor allem aus der Wasserkraft. Woher soll – vor dem Hintergrund des Klimawandels und damit einher gehender Dürre – die Energie für immer mehr E-Bikes und Elektrofahrzeuge kommen?

Aktuell und auch in den kommenden Jahren gestaltet sich die Stromversorgung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen nicht als kritisch. Das Problem ist in Summe nicht die Gesamtabnahme der Fahrzeuge im Stromnetz sondern die komprimierten Zeitfenster, in denen regelmäßig geladen wird.

Pumpspeicherkraftwerke werden häufig auch betrieben, um überschüssigen Strom zu „verbrauchen“, da dieser sich ansonsten negativ auf das Netz auswirken würde.

Durch den Einsatz von intelligenten Lastmanagement-Systemen und intelligenten Steuerungssystemen wird perspektivisch eine höhere Durchdringung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen sich sogar positiv auf das Stromnetz auswirken, da mit der flexiblen Skalierbarkeit und der dynamischen Leistungssteuerung das Netz mehr reguliert als belastet wird. Die Auswirkungen von E-Bikes sehe ich auf Grund der geringen Ladeleistung der Batterien als nicht relevant.

Wie koordiniert läuft in Österreich der Ausbau des Ladenetzes für E-Mobile ab?

Verschiedene Anbieter, allen voran die Landesstromversorger, errichten Ladeinfrastrukturen und Lademöglichkeiten. Zudem bauen überregionale Anbieter ihre Netzwerke ständig aus. Dies betrifft sowohl österreichische Unternehmen als auch ausländische Unternehmen wie beispielsweise IONITY, welche eine Schnellladeinfrastruktur mit uns auch in Österreich errichten.

Die Normierung ist bereits soweit fortgeschritten, dass die errichteten Ladeangebote inzwischen allesamt miteinander kompatibel sind. Lediglich die Kooperationsbereitschaft der einzelnen Energieversorger zu einer besseren und übergreifenden Kooperation auch mit anderen Unternehmen der Branche lässt nach wie vor leider stark zu wünschen übrig.

Was sind Ihre Wünsche und Forderungen an die (Infrastruktur-) Politik?

Deutschland investiert aktuell stark in das Thema Eichrecht, um einen Missbrauch bei der Abrechnung von Ladevorgängen für Verbraucher zu verhindern. Damit wird für den Verbraucher Rechtssicherheit geschaffen und ein nachhaltig konformer und zuverlässiger Betrieb erreicht.

Es ist nun erforderlich, auch die Gesetzeslage für Elektromobilität in Österreich derart anzupassen, dass gleiche Sicherheitsstandards für die Abrechnung von Ladevorgängen auch in Österreich gelten.